Aktuelle Ausgabe

Expo in Osaka und Orgatec Tokyo: Eine Welt in Bewegung

17.07.2025

Anfang Juni organisierte die Koelnmesse eine Delegationsreise nach Japan. Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Messechef Gerald Böse besuchten deutsche Medienvertreter zwei Ereignisse, bei denen die Koelnmesse stark involviert ist.

Henriette Reker und Gerald Böse auf dem Ring in Osaka (Foto: Koelnmesse/Jakob Studnar).
Henriette Reker und Gerald Böse auf dem Ring in Osaka (Foto: Koelnmesse/Jakob Studnar).

DEUTSCHER PAVILLON AUF DER EXPO 2025

Der Auftritt auf einer Weltausstellung sagt viel über ein Land aus. Deutschland präsentiert sich in Japan als Ort der Veränderung, zeigt mögliche Lösungen für die Zukunft.

Expo-Experte Thomas Schriefers spricht von der „CI eines Staates“, die sich im Auftritt ausdrückt, formuliert der Kölner Architekt und Künstler. Manche Nationen präsentieren sich mit Monumentalbauten, andere setzen inhaltliche Akzente. Zu letzteren gehört Deutschland, das sich auf der Expo 2025 in Osaka für das Unterthema „Connecting Lives“ entschieden hat. Und welche CI wohnt dem Deutschen Pavillon inne? „Der Auftritt drückt Bewegung aus, die ganze Welt ist gerade im Fluss und verändert sich“, führt Thomas Schriefers aus. „Deutschland zeigt, dass es bereit ist, seinen Weg zu gehen und Dinge zu erproben, im Dialog mit anderen Nationen.“ Mögliche Lösungen für die Zukunft bekommen die Besucher des Deutschen Pavillons sowohl didaktisch als auch multimedial und interaktiv vermittelt. Der Mix unter dem Motto „Wa! Germany“ kommt an. Denn Japaner lieben Technik genauso wie sie in ihrem Alltag strukturierte Abläufe bevorzugen. Und der Begriff „Wa“ steht für „Kreis und Harmonie“, zudem für das bewundernde „Wow!“.

Es geht um Nachhaltigkeit, das Prinzip der Kreislaufwirtschaft und da übernimmt der Pavillon selbst eine Vorreiterfunktion. „Wir haben eine Wiederverwertbarkeitsquote von 90 Prozent“, berichtet Christopher Hecker. „Das betrifft Baustoffe, aber auch Pflanzen, die für die Dauer der Expo gemietet wurden“, sagt der Direktor des Deutschen Pavillons und verweist gleichzeitig auf Ansätze von Institutionen und Firmen, die in Osaka präsentiert werden. Ein Beispiel ist „Urban Mining“, die Idee eine Stadt aus recycelten Materialien zu bauen – die Stadt quasi als Mine zu betrachten und zu nutzen. „Ein Unternehmen aus Berlin ist auf diesem Feld aktiv, allerdings erst in der Anfangsphase“, erzählt Hecker. Das hat es mit anderen Projekten gemeinsam, die im „Deutschen Haus“ vorgestellt werden. „Aber das ist auch der Sinn von Expos, solche Dinge zu zeigen, die noch im Erprobungsstadium sind“, betont der Pavillonchef. Die lösungsorientierte Präsentation erfolgt, ohne mit dem Zeigefinger zu agieren. Jeder Pavillonbesucher kann reflektieren, was er in seinem persönlichen Umfeld anwenden kann. 

Ideen liefert auch der Garten des Pavillons, in dem sich die 16 Bundesländer mit Projekten zeigen. „Hier wird deutlich, dass jede Dachfläche auch eine Grünfläche sein kann“, wie Architekt Schriefers erklärt, dem es Weltausstellungen seit Jahrzehnten angetan haben. Besonders fasziniert ihn der zwei Kilometer lange „große Ring“, der das Expo-Gelände und die Länderpräsentationen in Osaka umschließt. Von oben und bei einsetzender Dunkelheit erleben Besucherinnen und Besucher einen der schönsten Blicke auf den Deutschen Pavillon. Der wird von der Koelnmesse im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums gemanagt – facts and fiction und GL events Live zeichnen für Konzept, Inhalte und bauliche Umsetzung verantwortlich. Die architektonische Gestaltung stammt von Lava Architects. Mit dem kölschen Begriff „Ring“ schließt sich quasi der Kreis, in vielerlei Hinsicht. Die ebenerdig und in der Höhe begehbare Konstruktion ist das eigentliche Wahrzeichen der Expo. Gäste können die Weltausstellung umrunden oder den spektakulären Sonnenuntergang genießen. Einfach „Wa!“ (www.expo2025germany.de).

ORGATEC TOKYO: VERÄNDERTE ARBEITSWELTEN

Nächstes Jahr steigt vom 2. bis 4. Juni 2026 bereits die fünfte Auflage der Orgatec Tokyo. 2022 feierte das Ereignis für „Arbeitswelten“ in der Hauptstadt seine Premiere, als erste Messeveranstaltung der Koelnmesse in Japan. Die Kölner haben zum richtigen Zeitpunkt aufgeschlagen, denn die Japaner haben höhere Ansprüche an ihr Arbeitsumfeld. Früher spielte das Wohlbefinden von Nippons Arbeitnehmern eine untergeordnete Rolle, doch seit Corona ist alles anders. „Die Situation hat sich dort nach der Pandemie verändert, durch die Arbeit von Zuhause aus“, beobachtet Gerald Böse. „Beengte Wohnungen bedürfen nun einer veränderten Gestaltung“, weiß der Chef der Koelnmesse. „Etwa durch eine Trennung von Wohn-/Arbeitsbereich.“ Gleichzeitig müssen Büros anders gestaltet werden, um Mitarbeiter zurück aus dem Homeoffice zu locken. So ist das Interesse an dem im Messegelände Tokyo Big Sight ausgetragenen Ableger der Kölner Orgatec riesengroß. Rund 45.000 Besucher informierten sich in diesem Jahr über die Angebote der 157 Aussteller. „Die Anbieter stammten weitgehend aus Japan und Asien“, berichtet Böse. „Alles, was Rang und Namen in der Branche hat.“ Mittlerweile organisiert die Koelnmesse zwei weitere Veranstaltungen in Japan, die Anuga und die ISM. Eine Herausforderung sind die vergleichsweise geringen Messekapazitäten in Nippon. Hinzu kommt, dass die Stätte Big Sight sukzessive renoviert wird. „Da ist es nicht ganz einfach, entsprechende Slots zu finden“, sagt Gerald Böse (www.koelnmesse.de).

Eröffnung der Orgatec Tokyo 2025 
(Foto: Koelnmesse/Jakob Studnar).
Eröffnung der Orgatec Tokyo 2025
(Foto: Koelnmesse/Jakob Studnar).
 
 

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