Aktuelle Ausgabe

Bühne(n) für die aktuellen Fragen der maritimen Industrie

16.06.2026

Von Energieeffizienz bis Maritime Security & Defence: Die SMM 2026 in Hamburg bringt Zukunftsthemen auf fünf Bühnen.

Geopolitische Spannungen, neue politische Rahmenbedingungen und die Transformation der globalen Energieversorgung stellen die maritime Industrie vor massive Herausforderungen. Die SMM wird vom 1. bis 4. September in Hamburg mit ihrem internationalen Konferenz- und Bühnenprogramm erneut zum Forum für die strategischen Fragen der globalen Schifffahrt. Diskutiert werden aktuelle Entwicklungen rund um Dekarbonisierung, Digitalisierung, Energieeffizienz und maritime Sicherheit.

Auf fünf offenen Bühnen bringt die SMM 2026 internationale Konferenzen, Panels und Debatten direkt in die Messehallen. Sämtliche Formate sind für Inhaberinnen und Inhaber eines Messetickets kostenlos zugänglich; ausgenommen ist das TradeWinds Shipowners Forum. 

Ob Energy Efficiency Stage (Halle A4), Open Stage (Halle B2.OG), Exhibitor Innovation Stage (Halle B5), Digital Stage (Halle B6) oder Naval Stage (Halle B8): Auf allen Bühnen stehen täglich wechselnde Formate zu den zentralen Themen der Branche auf dem Programm. Zu den Konferenzformaten zählen der Global Maritime Environmental Congress (gmec), das TradeWinds Shipowners Forum, der Maritime Future Summit, der Offshore Dialogue sowie die MS&D – Internationale Konferenz & Expofür maritime Sicherheit & Verteidigung. Die Exhibitor Innovation Stage bietet kompakte Vortragsslots für Produkt- und Technologiepräsentationen der Ausstellenden. Internationale Akteurinnen und Akteure der maritimen Industrie kommen auf den Bühnen der SMM miteinander ins Gespräch.

„Die offenen Bühnen schaffen Raum für direkten Austausch zwischen Industrie, Politik, Marinen und Wissenschaft. Genau diesen Austausch braucht die maritime Industrie, um die Zukunft der Branche gemeinsam zu gestalten“, sagt Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy bei der Hamburg Messe und Congress.

Dekarbonisierung und Energieeffizienz

Das Ziel der IMO, die Schifffahrt bis 2050 klimaneutral zu gestalten, kann nur durch enge Kooperation innerhalb der Industrie und die Kombination energieeffizienter Technologien erreicht werden. Zahlreiche Sessions widmen sich daher der Frage, welche Energieträger die Schifffahrt künftig antreiben könnten – und ob diese in ausreichender Menge zur Verfügung stehen werden. An technischen Lösungen mangelt es der Branche nicht: „Mit klimaneutralen Kraftstoffen und vergleichsweise geringem Anpassungsaufwand könnten bestehende Motoren künftig nahezu CO2-neutral betrieben werden“, sagt Hauke Schlegel, Geschäftsführer bei VDMA Marine Equipment & Systems. Der VDMA ist Kooperationspartner der Session. Ein weiterer Hebel zur Reduzierung maritimer Emissionen sind Landstrom-Anschlüsse. Gemeinsam mit dem Fachverband EOPSA zeigt eine weitere Session konkrete Lösungsansätze für den Ausbau der Energieversorgung während der Liegezeit im Hafen. 

Auch der Global Maritime Environmental Congress (gmec) greift die drängenden Fragen auf dem Weg zur Klimaneutralität auf. Diskutiert werden politische Rahmenbedingungen ebenso wie globale Leuchtturmprojekte, etwa die grünen Schifffahrtskorridore, die als Testrouten für neue Antriebe, alternative Kraftstoffe, Landstrom und optimierte Hafenprozesse dienen. Eine Schlüsselrolle bei der globalen Dekarbonisierung spielt zudem die Offshore-Industrie als wichtige Quelle für grünen Strom aus Windkraft. Im Offshore Dialogue geht es unter anderem darum, wie Sicherheit und Resilienz der Offshore-Energieversorgung langfristig gestärkt werden können.

Neue Geschäftsmodelle und Märkte

Auf der Open Stage stehen neue Geschäftsmodelle, intelligente Technologien und die wirtschaftliche Zukunft der maritimen Industrie im Mittelpunkt. Mit dem TradeWinds Shipowners Forum ist zudem eine der international renommiertesten Reederkonferenzen Teil des SMM-Programms. Diskutiert werden Entwicklungen rund um Schiffsfinanzierung, Flottenstrategien und die Veränderungen globaler Schifffahrtsmärkte.

Ein Panel zur Zukunft des Passagiererlebnisses auf See beleuchtet, wie Designentscheidungen Wahrnehmung, Verhalten und Attraktivität des Reisens auf See beeinflussen – und ob das Erlebnis auf Fähren durch zunehmende funktionale Optimierung schrittweise „wegoptimiert“ wird. Eine weitere Session greift aktuelle industriepolitische Entwicklungen in Europa auf. Diskutiert wird dabei die „EU-Strategie für die industrielle Seeschifffahrt“. Kooperationspartner ist SEA Europe, der führende europäische Verband der Werften und maritimen Zulieferindustrie. 

Maritime Innovationen und Karriere

Auch die Dekarbonisierung von Kreuzfahrtflotten durch Retrofittingmaßnahmen spielt eine wichtige Rolle – unter Federführung von CLIA Europe, Teil des weltgrößten Verbands der Kreuzfahrtindustrie. Auf der Digital Stage stehen datenbasierte Systeme, Automatisierung und intelligente Technologien für die Schifffahrt im Mittelpunkt – von Fernüberwachung bis zu autonomen Oberflächen- und Unterwassersystemen aus dem 3D-Druck. Mit dem Maritime Future Summit präsentiert die SMM eine Plattform für neue Technologien und digitale Innovationen. Im Fokus steht die Frage, wie generative KI Entwurf, Betrieb und Effizienz von Schiffen künftig verändern könnte. Führende Unternehmen, maritime Akteure und Start-ups geben dabei Einblicke in die nächste Generation maritimer Technologien – von KI- und GenAI-Anwendungen bis zu autonomen Systemen.

Mit dem Maritime Career Market & Forum (MCM) stellt die SMM auch die Nachwuchsgewinnung in der maritimen Industrie in den Mittelpunkt. Auf dem Career Forum diskutieren Unternehmen, Hochschulen und Young Professionals darüber, wie sich maritime Berufsbilder durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und den strukturellen Wandel der Branche verändern. Ergänzt wird das Bühnenprogramm durch Networking- und Matchingformate für Nachwuchskräfte und Unternehmen.

Maritime Sicherheit wird bedeutender

Die Kriege in der Ukraine und in der Golfregion sowie Spannungen auf internationalen Handelsrouten rücken Sicherheitsthemen weltweit stärker in den Fokus. Die Naval Stage widmet sich diesen Entwicklungen rund um maritime Sicherheit und Verteidigung. Experten diskutieren dort unter anderem, wie Europa seine Verteidigungsfähigkeit durch eine engere Zusammenarbeit der europäischen Marineindustrie stärken kann und welche Rolle EU-Förderprogramme dabei spielen. Im Zentrum stehen dabei der Ausbau europäischer Seestreitkräfte und maritimer Sicherheitsstrukturen. Zahlreiche EU-Länder haben ihre Verteidigungsetats zuletzt deutlich erhöht. 

Am Donnerstag und Freitag steht die Naval Stage ganz im Zeichen der Sicherheitskonferenz MS&D – Internationale Konferenz & Expo für maritime Sicherheit & Verteidigung, organisiert vom Deutschen Maritimen Institut. Die Konferenz bringt traditionell hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus EU-Institutionen, Verteidigungsministerien, Marinen, Beschaffungsbehörden sowie der zivilen und militärischen maritimen Industrie zusammen. Zu den Rednern zählt auch Vizeadmiral Carsten Stawitzki. Der Abteilungsleiter für Rüstung im Bundesverteidigungsministerium betont: „Der Schutz des NATO-Bündnisgebietes kann nur durch internationale Kooperationen im Beschaffungswesen erreicht werden.“

 
 

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