Aktuelle Ausgabe

„Wissenswerte“ mit Schwerpunkt KI in Freiburg

10.08.2023

Wie wird die Künstliche Intelligenz (KI) die Zukunft des Journalismus formen und prägen? Wo gibt es Chancen und wo Probleme im Umgang mit ChatGPT und Co. im Redaktionsalltag?

Und wie können Journalistinnen und Journalisten angemessen über assistierten Suizid berichten, ohne mit dem Pressekodex in Konflikt zu geraten? Das und mehr sind die Themen der 20. Wissenswerte in der Messe Freiburg. Von Mittwoch bis Freitag, 25. bis 27. Oktober 2023, können Teilnehmer auf dem Dialogforum für Wissenschafts- und Wirtschaftskommunikatoren mit zahlreichen Expert:innen über aktuelle Fragen diskutieren.

„In unserer 20. Ausgabe ist KI Themenschwerpunkt“, sagt die Projektleiterin der Wissenswerte, Gabriele Frey von Congress Bremen. „Dazu haben wir wie immer weitere hochaktuelle und spannende Themen im Programm und starten mit einer ganz besonderen Keynote.“ So eröffnet Amrei Bahr, Juniorprofessorin an der Universität Stuttgart und Mitbegründerin der hochschulpolitischen Bewegung #IchbinHanna, die Wissenswerte 2023 mit dem Thema: „Wie prekär das Wissenschaftssystem wirklich ist und wie der Wissenschaftsjournalismus darüber berichten sollte.“

Die Situation der Nachwuchswissenschaftler
Befristete Verträge, kaum Aussichten auf eine Festanstellung, berufliche Sackgassen, Unsicherheiten: Unter #IchbinHanna begehren seit Sommer 2021 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegen ihre schwierigen Arbeitsbedingungen auf. Im Kern der Auseinandersetzung steht die lang erwartete Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Nach vielfacher Kritik hat das Forschungsministerium dieses Gesetz überarbeitet und einen neuen Entwurf vorgestellt, der erneut Proteste von Wissenschaftsvertretern, Gewerkschaften und Verbänden hervorrief. Sie kritisieren, dass das neue Gesetz die Situation der Betroffenen weiter verschärfen würden, statt sie zu verbessern. Prof. Amrei Bahr schildert ihren Blick auf die aktuelle Debatte in den Medien.

Was kann KI, was müssen Journalisten beachten?
Was gestern noch wie der Plot eines neuen Hollywood-Streifens klang, ist heute Realität: ChatGPT und Co. erobern die digitale Welt und drängen immer mehr in den Redaktionsalltag. Schon gibt es erste Stellenangebote für KI-Ressorts. Den Hype um die App erklären sich Expert:innen vor allem mit der sehr einfachen Nutzbarkeit. Doch wie verlässlich ist ChatGPT? Können und sollten Redakteur:innen solchen Programmen vertrauen? Wie sieht es mit dem Missbrauchspotenzial aus? Hannah Bast, Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen an der Universität Freiburg, und Ulrike Luxburg, Informatikerin und Professorin für Theorie des maschinellen Lernens an der Universität Tübingen, erörtern mit der Astrophysikerin und Philosophin Sibylle Anderl, was KI-Sprachmodelle wirklich gut können, wie verlässlich sie sind und wo es Probleme gibt.

Assistierter Suizid: Sterbehilfe als Medienereignis?
Wenn es um Selbstmord geht, berichten Journalisten in der Regel eher zurückhaltend. Doch beim Thema assistierter Suizid scheinen viele die Distanz zu verlieren. Hintergrund der regen medialen Aufmerksamkeit ist die neue Rechtslage nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nach der jeder Mensch einen verfassungsrechtlich geschützten Anspruch auf Hilfe bei der Selbsttötung hat. Die Berichterstattung ist oft ausführlich, prominent und verstößt damit gegen die Leitlinien des Pressekodex (Richtlinie 8.7: „Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung“), die detailliert beschreiben, was riskant ist und was vermieden werden sollte. Wie kann eine angemessene Berichterstattung über assistierten Suizid aussehen? Was sagen Forschende zur Wirkung der Berichte? Was sind aus Sicht der Suizidprävention No-Gos? Darüber diskutieren Fachleute gemeinsam mit dem Suizidforscher Thomas Niederkrotenthaler von der Medizinischen Universität Wien.


 
 

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