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Messelogistik: Den Wandel ins Rollen bringen

04.07.2023

Geschäftliches, Soziales und Umweltschonendes bilden die drei Ebenen für nachhaltiges Handeln. Die Initiative „Changemaker“ will hier ganzheitliche Veränderungen anstoßen.

Messen sind oft eine riesige organisatorische und logistische Herausforderung. Und selbst wenn Dinge ordentlich laufen, gibt es immer Luft nach oben. „Wir können beim Auf- und Abbau die Bedingungen und Abläufe verbessern“, argumentiert Güray Saritas, Geschäftsführer von Europfast Internationale Spedition aus Neuhausen bei Stuttgart. Er hat die Initiative „Changemaker“ ins Leben gerufen, mit der die Messebranche innovativ vorangebracht werden soll. „Aussteller haben den Anspruch, ihre Produkte nachhaltig zu präsentieren“, betont Saritas. „Dabei muss der Blick bis hin zum letzten Glied der Kette, dem Lkw-Fahrer, gehen.“ So hätten die Fahrer mit langen Standzeiten und Restriktionen zu kämpfen. Häufig würden sie nur nach Hinterlegung hoher Kautionen auf das Messeareal gelassen, was für sie mitunter schwierig zu stemmen sei. Solche sozialen Aspekte würden auch an anderer Stelle nur suboptimal berücksichtigt, verweist der Europfast-Geschäftsführer auf unzureichende Sanitäranlagen im Messeumfeld.

Generell möchte Changemaker nicht nur Probleme benennen, sondern ebenso Perspektiven einwickeln – nicht zuletzt durch ein Denken „Out of the box“. Die Initiative setzt auf drei Ebenen an, die eine Art interdependentes magisches Dreieck bilden. Bei der Geschäftsebene geht es um klassische betriebliche Abläufe. „Beispielsweise sollte der Laderaum optimal genutzt werden“, erläutert Güray Saritas. „Weniger Fahrten haben einen positiven Effekt auf die Kosten, den CO2-Ausstoß und damit auf die Umwelt.“ Messebau-Unternehmen könnten hier zusammenarbeiten und Transporte zusammenlegen, um das Frachtvolumen bestmöglich auszuschöpfen. Auf der sozialen Ebene sollte die Devise lauten, respektvoll mit erwähnten Lkw-Fahrern umzugehen, die teilweise auf überfüllten Autobahn-Raststätten übernachteten. Und auch auf der dritten, der Umweltebene besteht sehr viel unausgeschöpftes Potenzial. „Noch sehen wir riesige Materialschlachten beim Standbau und zudem sind Entsorgungsprozesse oft zu intransparent“, beobachtet Saritas. Die Verbände engagierten sich, doch sie fänden meist keinen ganzheitlichen Ansatz unter allen Mitgliedern: „Das macht die Umsetzung ernst gemeinter Ziele kompliziert.“

Also müssen viele Protagonisten ins Boot geholt werden – tunlichst alle, die an Messen mitwirken und einen wertvollen Beitrag leisten können. „In einem ersten Schritt wollen wir gewillte und engagierte Mitstreiter gewinnen“, beschreibt Güray Saritas das Vorgehen, um die Changemaker-Initiative richtig ins Rollen zu bringen. „Das bedeutet, Aussteller und Dienstleister zu überzeugen und in der Öffentlichkeit auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.“ Derzeit werde viel in der Community für das Vorhaben geworben, bei dem auch der Digitalisierung eine wichtige Rolle zukommt. Es wird Workshops geben, deren Ergebnisse nach außen getragen werden sollen. Nächstes Jahr geht es darum, gemeinsame Lösungen zu finden, 2025 sieht dann ganz konkrete Ergebnisse vor. Dafür brauchen die Beteiligten einen langen Atem. „Wir wissen, dass Rom nicht in einem Tag erbaut wurde“, zieht Initiator Saritas einen Vergleich. „Letztlich schaffen es die Beteiligten nur zusammen.“ Das gemeinsame Ziel gäbe es schon, ineffiziente Abläufe zu vermeiden: „Ineffizienzen bringen Kosten mit sich – und Kosten möchte jeder so gering wie möglich halten“ (www.change-maker.io).

 
 

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